Die Verführung der Konzepte

Eine neue Idee ist geboren. Schnell wird ein Projektteam gegründet. Das Team macht ein Brainstorming, erstellt ein Lastenheft, spricht über alle möglichen Szenarien. Die Liste wird länger und länger. Im Hinterkopf sind irgendwo die Kunden: „Denen stellen wir unsere Ideen dann mal vor!“

Es werden Themen gebildet und in Untergruppen ausgearbeitet. Diese stellt man sich gegenseitig vor und Zeit verfliegt. Alles nebenbei neben dem Tagesgeschäft. Im nächsten Meeting zwei Wochen später weiß niemand mehr was im Detail besprochen wurde. Termine in kürzerer Abfolge sind nicht möglich, weil die Kalender eh schon alle voll sind. Also wird in jedem Meeting von vorne angesetzt und über Details gesprochen.

Kommt irgendwann ein Kunden (der Pilotkunde genannt wird) ins Spiel, so wird ihm ein Konzept gezeigt. Eine PPT oder etwas Schriftliches. Nettes Nicken und ein paar Ideen. Die Ideen verbreitern das Backlog und der Launch verschiebt sich. Nach dem Launch kauft der Kunde nicht und die Anfragen bleiben aus. Denn es ist verführerisch bei neuen Ideen in Konzepten zu denken. Und bei neuen Ideen alles so zu machen, wie bei allen anderen Prozessen auch.

Lass dich nicht verführen von der Anziehung der Konzepte. Nichts ist unangenehmer als einen Prototypen scheitern zu sehen. Doch nur mit einem Prototypen ist ein echter Test möglich. Verkaufe deinem Pilotkunden direkt deinen Prototypen mit einem Vertrag, der eine Entwicklungszeit berücksichtigt.

Das gilt auch für Veränderungen in Unternehmen, für Teamprozesse und eigene Persönlichkeitsentwicklung. Testen, ausprobieren, weglassen, spielen – nicht Konzepte machen.

24. Mai 2022

veröffentlicht am 24. Mai 2022 von

Oliver König

Organisationsentwickler und Coach

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