Backup-Systeme

Wie gut ist es doch in unserer Gesellschaft Systeme zu haben, die als Backup funktionieren.

Rettungsdienst, Feuerwehr, Krankenhäuser, Polizei, Katastrophenschutz, Wasserwacht, Bergrettung und viele mehr. Erst gestern hat sich ein Teilnehmer aus dem virtuellen Workshop verabschiedet, weil er nach dem Fund einer Fliegerbombe als freiwilliger Feuerwehrmann einen ganzen Stadtteil mit evakuiert hat.

Die Funktion dieser Systeme ist gewährleistet, wenn sie vor allem Ruhezeiten haben. Denn die Einsätze sind stressig und erfordern höchste Konzentration. Oft geht es um die Sicherung von menschlichem Leben und auch Retter kommen körperlich und emotional an ihre Grenzen. Das System wird voll hochgefahren und dann wieder in Ruhezustand versetzt, um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen. Erst dann kann ein neuer Einsatz sinnvoll geleistet werden.

Diese Ruhezeiten gewährleisten, dass Brandlöschen und Leben retten möglich ist.

Auch in Organisationen gibt es zahlreiche Backup-Systeme, die greifen, wenn Not am Mann ist oder etwas außerhalb der Logik des Hauptgeschäftsprozesses gebraucht wird. Psychosoziale Beratung, IT-Service, Fort- und Weiterbildung, Marketing und viele mehr. Diese Systeme brauchen Raum und Zeit, um außerhalb des Tagesgeschäfts neue Perspektiven, Kreativität oder Notfallversorgung bereitzustellen.

Meine Beobachtung ist, dass diese Systeme die Logik des Regelbetriebs übernehmen und selbstverständlich als dessen Teil genutzt werden. Ohne Ruhezeiten und Änderung der Systemlogik, sondern mit Dauerbetrieb und Vollauslastung. Ihre Funktion ist doch per se einen Unterschied für den Hauptgeschäftsprozess zu machen. Abstand und Ruhepausen sind die Voraussetzung dafür, dass diese Systeme einen Unterschied machen können. Dies ist ihnen „assimiliert“ gar nicht mehr möglich – oder nur in einem sehr geringen Wirkungsgrad.

Geht es nur mir so oder liegt hier ein Systemfehler vor?

3. Juni 2022

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